Pro Straßenbahn Linie 9 - Kontra Haltepunkt Nord?

Wir sind für ein besseres Nahverkehrsangebot -
mit der Straßenbahnlinie 9

Fast jeder Markkleeberger würde mit seiner Unterschrift für den Erhalt der Straßenbahnlinie 9 eintreten. Selbstverständlich bekennt sich auch die Markkleeberger SPD in aller Deutlichkeit zum Erhalt der Straßenbahn. Allerdings verwahren wir uns ebenso deutlich gegen die Argumentationsstrategie der Bürgerinitiative „Pro Straßenbahn - Kontra Haltepunkt Nord." Der Sprecher der BI, Dietmar Scholz, selbst direkter Anwohner des zukünftigen S-Bahn-Haltepunktes Nord, suggeriert die Stilllegung der Straßenbahn mit Inbetriebnahme des Haltepunktes Nord.

Dies ist eine Darstellung, die erstens vom Sachzusammenhang her schlicht weg falsch ist und zweitens verschweigt, dass es in der Vergangenheit bereits Stilllegungspläne für die Straßenbahn gab und zwar vor dem Bauvorhaben City-Tunnel und auch in Zukunft würde ohne Haltepunkt Nord die Straßenbahn keineswegs dauerhaften Bestandsschutz genießen. Weder Stadt noch Landkreis sind im Aufsichtsrat der LVB vertreten, um dem wirksam entgegentreten zu können. Und trotzdem werden wir natürlich den Erhalt der Linie 9 vehement einfordern, auch beim Landkreis, der die Kosten für die Straßenbahn trägt.

Unser Ziel muss es sein, das Niveau des Nahverkehrsangebotes ständig zu verbessern. Eine solche Verbesserung stellt aus unserer Sicht der Haltepunkt Nord dar. Die Anbindung der Wohngebiete nördlich der Parkstraße und des Wohngebietes Wolfswinkel wird dadurch eine neue Qualität erhalten. Zusätzliche Attraktivität wird der Haltepunkt durch Fahrradparkplätze erreichen. Die Fahrtzeiten werden sich deutlich verkürzen, neue, moderne Zugtechnik zum Einsatz kommen, Direktverbindungen zum Flughafen, nach Halle, zum Leipziger Markt oder Hauptbahnhof werden geschaffen - Verbesserungen im Nahverkehrsangebot, von denen wir profitieren werden.

Der Bau des Haltepunktes, übrigens nicht durch die Stadt finanziert, erfolgt keineswegs konzeptionslos, wie von Herrn Scholz behauptet. Bereits vor 10 Jahren, zu einer Zeit als Herr Scholz noch nicht in Markkleeberg wohnte, waren mehrere Planungsbüros mit Untersuchungen beauftragt, die eine ausreichende Zahl von Ein- und Aussteigern prognostizierten. Einen Beschluss zur Stilllegung der Linie 9, wie ebenfalls von Herrn Scholz behauptet wird, gibt es nicht. In einem offenen Brief an die Markkleeberger SPD bestätigt Herr Scholz dies: "Richtig ist, dass kein aktueller Beschluss existiert, der eine Stilllegung der Straßenbahnlinie 9 in Markkleeberg rechtfertigt."

Natürlich spricht er sich in seinem offenen Brief gegen den Haltepunkt Nord aus und führt Kriterien auf, die eigentlich dagegen sprechen sollen, jedoch deutlich dafür sprechen:

  • "sinkende Bevölkerungszahl": Sowohl die Stadt Leipzig als auch die Stadt Markkleeberg haben nach der Bevölkerungsprognose des Freistaates Sachsen mit einem Bevölkerungszuwachs zu rechnen. Somit ist mit steigenden Fahrgastzahlen zu rechnen.
  • "steigende Bevölkerungsschichten im hohen Alter": Gerade aus diesem Grund sollte das Nahverkehrsangebot verbessert werden.
  • "Altersarmut": Wer sich kein Auto leisten kann, ist auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen. In Kombination mit einem Sozialticket auch im Landkreis Leipzig sollte diesen Menschen eine größere Mobilität ermöglicht werden.
  • "steigende Arbeitslosigkeit": Zum Glück gibt es hierbei in Markkleeberg seit Jahren eine spürbare Entlastung auf dem Arbeitsmarkt. Aber auch dieser Personenkreis ist besonders auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen.

Übrigens wurden die Gesprächswünsche des Herrn Scholz mit den Fraktionsvorsitzenden, seine Petition und seine Forderung nach Behandlung der Thematik im Stadtrat von allen im Stadtrat vertretenen Fraktionen einstimmig abgelehnt.

 

 

ZurückNach oben drucken
Termine