Wieviel Lärm mutet man Markkleeberg zu?
Die Lärmproblematik ist in Markkleeberg allgegenwärtig (Bahnstrecken, Straßenbahn, B2/95, S46, A38, Fluglärm) und die Zukunftsprognosen lassen eher eine Verstärkung der Lärmbelastung befürchten. Die Planungen der Deutschen Bahn für die Bauarbeiten im Rahmen der netzergänzenden Maßnahmen, die Reaktivierung der Waldbahnstrecke und die Sanierungsabsichten des Straßenbauamtes für die agra-Hochstraße bedeuten Lärmbelastungen bis zur Schmerzgrenze oder sogar darüber hinaus für ganz Markkleeberg.
Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke werden sich über Jahre hinweg ziehen. Eine Sanierung der agra-Brücke im Bestand bedeutet die Festschreibung einer Brücke ohne Lärmschutz für die nächsten einhundert Jahre. Ganz zu schweigen von der Verbreiterung der Brücke um acht Meter. Die Planungen des Straßenbauamtes ganz ohne Alternativuntersuchungen sind so nicht zu akzeptieren.
Hinzu kommt, dass die Straße im Bereich der agra-Brücke als Bundesstraße im Bestand saniert werden soll, im erweiterten Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes aber als zukünftige Autobahn geführt wird (BVWP - lfd. Nr. 107 - Sachsen). Offensichtlich sollen bereits jetzt Fakten geschaffen werden, mit geringstem finanziellen Aufwand und die Belange von Mensch und Natur außer Acht lassend.
„Lärm macht krank!" ist der Titel einer Veranstaltung der Markkleeberger SPD am 30. März 2010, um 19 Uhr im Kleinen Lindensaal des Markkleeberger Rathauses. Als Referenten konnten für diesen Abend Prof. Dr. Matthias Müller von der Universität Leipzig und Dr. Harry Lehmann vom Umweltbundesamt gewonnen werden. Beide werden über die Auswirkungen von Lärm auf die menschliche Gesundheit, über Lärmquellen und Lärmminderung referieren.
Unser Ziel ist es die Bürgerinnen und Bürger Markkleebergs weiter für diese Problematik zu sensibilisieren und vor allem das mögliche Ausmaß der Belastungen für unsere Stadt ins Bewusstsein zu rufen. Sensibilisieren heißt in diesem Zusammenhang auch mobilisieren, denn die aktuellen Planungen betreffen die Lebensqualität der Menschen in unserer Stadt.



