Zur Vorstellung des ÖPNV-Konzept für Markkleeberg: Ein Quantensprung und ein wenig Wehmut

Mitte Mai wurde das ÖPNV-Konzept für die Stadt Markkleeberg öffentlich vorgestellt. Noch müssen der Leipziger Stadtrat und der Kreistag des Landkreises Leipzig als zuständige Gremien zustimmen. Wir hoffen sehr, dass sich beide dafür aussprechen. Denn dieses Konzept markiert einen Quantensprung für den ÖPNV in Markkleeberg - sowohl in Quantität als auch Qualität.

Als Erstes ist natürlich der lang ersehnte Stadtbus hervorzuheben, für den wir uns seit vielen Jahren einsetzen. Nun kann er endlich durch die neue Linie 106 realisiert werden. Dieser Stadtbus, der täglich alle 30 Minuten fahren soll, wird fast alle Stadtteile und beide Seen miteinander verbinden sowie die Ost-West-Verbindung auch am Wochenende enorm verbessern. Als Option ist sogar die Verlängerung bis zum Störmthaler See vorgesehen. Das ist fortschrittlich!

Des Weiteren begrüßen wir, dass einige bestehende Buslinien erweitert bzw. in ihrer Linienführung verändert werden sollen. Allen voran die Linie 107, die künftig über die Städtelner Straße den Marktkauf und die Wasserturmsiedlung erschließen wird. Oder die Linie 108, die über Goethesteig und Leinestraße zum Gewerbegebiet nach Wachau fahren soll.  Das ist innovativ!

Zudem freut es uns, dass es sich nicht nur um ein ÖPNV-Konzept für Markkleeberg handelt, sondern Nachbarstädte wie Leipzig (v.a. durch die Linien 70, 107 und 108), Zwenkau (107) oder Großpösna (106) davon profitieren werden. Das ist über die Grenzen hinaus gedacht!

Natürlich gibt es auch ein paar Wermutstropfen. Zum Beispiel wird die Straßenbahnlinie 9 durch die verlängerte Buslinie 70 ersetzt. Die Linie 9 weist leider einen massiven Fahrgastrückgang um rd. 30% seit Inbetriebnahme des Citytunnels auf. Das Gleisbett ist zum Teil stark sanierungsbedürftig. Und der Betrieb einer Straßenbahn kostet etwa dreimal so viel wie ein Bus. Wir meinen: hier muss man sich der wirtschaftlichen Verantwortung stellen! Zudem wird die Linie 70 dann dieselbe Strecke und zu gleichen Taktzeiten fahren wie jetzt noch die Linie 9. Und nur durch die Einstellung der Linie 9 und den damit verbunden finanziellen Einsparungen kann der Stadtbus realisiert werden! Deshalb können wir mit dieser Variante gut leben, auch wenn dabei ein bisschen Wehmut mitschwingt. 

 

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